🦷 Zahngesundheit bei Kleinkindern

Gesunde Zähne von Anfang an – Informationen für Eltern rund um die Mundgesundheit Ihrer Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren.

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Zertifizierte Weiterbildung absolviert Ich habe an der Schulung „Gesunde Zähne von Anfang an" der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz e.V. (LAGZ) teilgenommen und bin als Multiplikatorin für Zahngesundheit bei Babys und Kleinkindern geschult. 🏅

📜 Meine Teilnahmeurkunde – zum Vergrößern bitte auf das Bild tippen/klicken:

Teilnahmeurkunde LAGZ – Gesunde Zähne von Anfang an – Bernhard Feldkamp
ℹ️ Wichtiger Hinweis zur Rolle der Tagespflegeperson
Als Kindertagespflegeperson darf ich die Zähne der Kinder nicht zur gründlichen Reinigung putzen – das ist Aufgabe der Eltern zuhause. Was ich aber täglich tue: Ich übe mit den Kindern gemeinsam das Zähneputzen als feste Routine. Denn im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren fehlt Kleinkindern noch die Feinmotorik für eine eigenständige gründliche Reinigung. Mein Ziel ist es, den Kindern Freude und Spaß am Zähneputzen zu vermitteln – als Grundlage für ein Leben lang guter Gewohnheiten.

🌟 Warum sind gesunde Milchzähne so wichtig?

🦷 Milchzähne sind kein Wegwerfprodukt!

Milchzähne sind die Platzhalter für die bleibenden Zähne. Sie sind außerdem entscheidend für das Kauen, das Sprechen und die gesunde Entwicklung von Kiefer und Gesicht. Kariöse Milchzähne können Schmerzen, Infektionen und Fehlstellungen der bleibenden Zähne verursachen.

Kariesfreie Milchzähne bilden das Fundament für lebenslange Zahngesundheit.

😟 Frühkindliche Karies – ein ernstes Problem

Wissenschaftliche Studien zeigen: 13,7 % der unter Dreijährigen in Deutschland sind von frühkindlicher Karies betroffen. Sie ist die häufigste chronische Erkrankung im Vorschulalter – und dabei weitgehend vermeidbar.

Quelle: Epidemiologische Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe, DAJ 2016

📅 Ab wann – und wie?

1. Zahn
Sofort mit dem Putzen beginnen! Sobald der erste Zahn durchbricht, wird er 2× täglich mit einer weichen Kinderzahnbürste geputzt – nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen.
ab 6. Monat
Trinken aus dem offenen Becher Ab dem Sitzalter (ca. 6.–9. Lebensmonat) kann das Kind aus einem offenen Becher trinken lernen. Zum Durstlöschen genügt Wasser.
1. Geburts­tag
Weg mit der Nuckelflasche! Spätestens zum ersten Geburtstag sollte die Nuckelflasche abgestellt werden. Süße oder säurehaltige Getränke in der Flasche schädigen die Milchzähne massiv (Nuckelflaschenkaries).
1. Jahr
Erster Zahnarztbesuch Ab dem ersten Zahn werden halbjährliche Kontrolltermine beim Zahnarzt empfohlen.
2. Geburts­tag
Schnuller-Entwöhnung abschließen Spätestens zum zweiten Geburtstag sollte das Kind von Schnuller oder Daumen entwöhnt sein, um Zahnfehlstellungen zu vermeiden.
bis ins Schul­alter
Eltern putzen nach! Kinder brauchen bis ins Schulalter Hilfe beim Zähneputzen, weil die Feinmotorik für eine gründliche Reinigung noch nicht ausreicht. Die Zähne müssen von allen Seiten gründlich gereinigt werden.

🪥 Richtig Zähne putzen – die Keiltechnik

Für Kleinkinder empfehlen Zahnärzte eine einfache, aber effektive Technik: die Keiltechnik (auch „Schrubbmethode"). Dabei wird die Zahnbürste in kleinen Kreisbewegungen von Rot nach Weiß – also vom Zahnfleisch zur Zahnspitze – geführt.

❌ Kein Vor-und-Zurück-Schrubben!
Ein einfaches Hin-und-Her-Bewegen der Zahnbürste (wie bei Erwachsenen oft gewohnt) schadet dem empfindlichen Kinderzahnfleisch und reinigt weniger effektiv. Für Kleinkinder gilt: sanfte Kreisbewegungen von Zahnfleisch zur Zahnkrone.
1

Außenflächen
Bürste schräg ansetzen, kleine Kreise von Zahnfleisch Richtung Zahn

2

Innenflächen
Genauso von innen – bei den Frontzähnen Bürste hochkant stellen

3

Kauflächen
Mit kleinen Kreisbewegungen über die Kauflächen schrubben

4

2× täglich
Morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen

🪥 Das richtige Werkzeug

Für Kleinkinder gilt: weiche Kinderzahnbürste in passender Größe und fluoridhaltige Kinderzahnpasta (500–1000 ppm). Bei regelmäßiger Anwendung ist eine zusätzliche Fluoridierung über Tabletten dann nicht mehr notwendig – bitte mit dem Kinderarzt oder Zahnarzt absprechen.

🍎 Zahngesunde Ernährung

Zucker ist der Hauptauslöser für Karies: Bakterien im Mund wandeln Zucker aus der Nahrung in Säure um, die den Zahnschmelz angreift. Wichtig ist dabei nicht nur die Menge des Zuckers, sondern vor allem wie oft die Zähne täglich mit Zucker in Berührung kommen.

Der zuckerfreie Vormittag

Im Wichtelparadies halten wir den Vormittag bewusst zuckerfrei. Die Zähne haben so ausreichend Zeit, sich von Säureangriffen zu erholen. Süßes – wenn überhaupt – lieber einmal am Tag als kleine Menge statt über den ganzen Tag verteilt in kleinen Portionen.

🍬 Alle Zuckerarten machen Karies!

Viele Eltern wissen nicht, wie viele verschiedene Bezeichnungen Zucker auf Etiketten haben kann. Bitte lesen Sie Lebensmittelverpackungen genau:

Haushaltszucker / Saccharose Traubenzucker / Glucose / Dextrose Fruchtzucker / Fructose Milchzucker / Lactose Glucosesirup Invertzuckersirup Honig Ahornsirup Maltodextrin Malzextrakt Obstsäfte Getrocknete Früchte / Rosinen Kandis / Puderzucker Malzzucker / Maltose Karamell

Quelle: LAGZ Rheinland-Pfalz e.V., Elterninformation „Alle Zuckerarten machen Karies"

🧃 Wie viel Zucker steckt in Getränken?

Versteckter Zucker in Getränken ist besonders gefährlich, weil er die Zähne ständig umspült. Ein paar Beispiele pro 200 ml:

GetränkWürfelzuckerGramm Zucker
Mineralwasser🟢 00 g
Apfelschorle🟡 4ca. 12,5 g
Apfelsaft🟠 7ca. 20 g
Cola🟠 7ca. 21 g
Limonade🔴 8ca. 24 g
Fruchtnektar🔴 bis 13bis 39 g

Quelle: LAGZ Rheinland-Pfalz e.V. / Blickpunkt Ernährung – Landesinitiative Baden-Württemberg 2009

💧 Die einfachste Regel: Zum Durstlöschen gehört Wasser! Auch ungesüßte Kräutertees sind geeignet. Obstsäfte und Limonaden sollten Ausnahmen bleiben – und niemals in der Nuckelflasche oder über Nacht gereicht werden.

🍼 Nuckelflaschenkaries – Was ist das?

⚠️ Eine schmerzhafte und schwerwiegende Erkrankung

Werden zuckerhaltige Getränke (Säfte, Tees, Milch mit Zucker) dauerhaft über die Flasche gereicht – vor allem über Nacht – werden die Zähnchen ständig von Zucker umspült. Die Folge ist die sogenannte Nuckelflaschenkaries: Sie befällt alle Zähne gleichzeitig und schreitet sehr schnell voran.

Vorbeugung:

  • Keine süßen Getränke in der Nuckelflasche
  • Keine Flasche zum Einschlafen geben
  • Ab Sitzalter: Trinken aus dem offenen Becher üben
  • Spätestens zum 1. Geburtstag: Flasche weglegen

🍭 Schnuller & Daumen

Das Saugbedürfnis ist bei Babys und Kleinkindern völlig natürlich. Schnuller oder Daumen sind normal – aber für die Zahnentwicklung gilt:

🏥 Regelmäßige Zahnarztbesuche

👩‍⚕️ Frühzeitig zum Zahnarzt

Empfohlen wird der erste Zahnarztbesuch bereits ab dem ersten Zahn – also oft schon vor dem ersten Geburtstag. Danach halbjährliche Kontrollen. Frühe Besuche helfen, Karies rechtzeitig zu erkennen und Kindern die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen.

Auch die gesetzlichen Krankenkassen bieten spezielle Früherkennungsuntersuchungen U6–U9 an, bei denen die Zahnentwicklung kontrolliert wird.

🌈 Was wir im Wichtelparadies täglich tun

🦷

Zähneputzen als Routine
Die Kinder üben täglich gemeinsam das Zähneputzen – spielerisch und mit Spaß.

🥕

Zuckerfreier Vormittag
Kein Zucker vor dem Mittagessen – nur Wasser und zuckerfreie Snacks.

💧

Wasser als Standard
Zum Trinken gibt es ausschließlich Wasser oder ungesüßten Tee.

🌟

Vorbild sein
Kinder lernen durch Nachahmung – ich zeige Freude und Selbstverständlichkeit beim Zähneputzen.

Weitere Informationen zur Zahngesundheit bei Babys und Kleinkindern finden Sie auf der Website der

🔗 LAGZ Rheinland-Pfalz – Kindertagespflege